Sehenswürdigkeiten

Evangelische Kirche Weißbriach

Die lutherische Reformation ergriff im 16. Jahrhundert den Großteil der österreichischen Bevölkerung, so auch die Gemeinden der Gailtaler Alpen. Vor allem folgten ihr die Bergknappen. Verbindungen bestanden über die Bergbaugebiete der Hohen Tauern bis nach Sachsen.

Die lutherische Reformation ergriff im 16. Jahrhundert den Großteil der österreichischen Bevölkerung, so auch die Gemeinden der Gailtaler Alpen. Vor allem folgten ihr die Bergknappen. Verbindungen bestanden über die Bergbaugebiete der Hohen Tauern bis nach Sachsen.

Die Zeit der Gegenreformation bzw. des Geheimprotestantismus überstand die hiesige Bevölkerung mit Hilfe von versteckt gehaltenen Bibeln und Gebetbüchern. Im Gegensatz zu anderen Gebieten Kärntens und Österreichs sind aus unseren Gemeinden keine gewaltsamen Aussiedlungen oder Vertreibungen in andere Gegenden des Deutschen Reiches oder nach Siebenbürgen bekannt.

Nach dem Toleranzedikt Kaiser Josefs II meldeten sich etwa 90 % der Einwohner als evangelisch.

1782 konnte eine Pfarrgemeinde gegründet werden. Vom Engadin im Westen kommend, bildet sie die nächste Region, in der sich der Protestantismus durchgehend seit der Reformation erhalten konnte.

1783 entstand in Weißbriach das erste steingemauerte Bethaus Kärntens.

1861 brachte mit dem Protestantenpatent Kaiser Franz Josefs I. die Gleichberechtigung der Konfessionen und die Möglichkeit, eine Kirche zu errichten.

Unter Consenior Pfarrer Steltzer baute Maurermeister Colombo aus der Gegend um Como die beiden neugotischen Kirchen in Weißbriach und in Techendorf am Weißensee.

Heute umfasst die evang. Kirchengemeinde etwa 80 % der Bevölkerung und ist dankbar für das gute ökumenische Klima.

Die Kirche St.Johann zu Weißbriach und ihre Filialen

Durch slawische Völker wurde im 6.7. Jahrhundert nach Christus das Christentum wieder aus unserem Land verdrängt. Eineinhalb Jahrhunderte später kam das Christentum wieder ins Land. Karl der Große entschied 811, dass der Draufluss die Grenze zwischen den Einflussbereichen Aquileias bzw. Salzburg bilden soll. Somit gehörte unser Gebiet zum Patriaichat Aquileia.

Ein weiterer Schritt zur Christianisierung ist die Gründung eines Benediktinerklosters in Arnoldstein 1102.

Zu dieser Zeit bestand auch schon die Urpfarre Hermagor.

In den 70. Jahren dieses Jahrhunderts fielen Türken in Kärnten ein und entweihten Kirchen. Einige Jahre darauf kam Pietro Carlo von Caorle in unser Land um die Kirchen wieder neu einzuweihen. Durch dieses Ereignis kam der Brauch Kirchen auf Sichtverbindungen zu bauen. Eine solche Sichtverbindung bestand zw. Radnig, St. Lorenzen/G. und Weißbriach. Der bischöfliche Sekretär, Paolo Santonino hat dies im Reisetagebuch sehr genau beschrieben. Das Gitschtal („Gucztall“) wird bei Santonino auch „kleines Gailtal“ genannt.

Im 16. Jahrhundert kam auch der lutherische Glaube in das Volk.

Die Namensgebung der Kirche, St. Johann der Täufer, weist auf frühere Christianisierung hin (vielleicht 9. Jahrhundert). Als der Ort 1331 erstmals in ein Urbar von Hermagor erwähnt wird, bestand die Filialkirche schon einige Zeit. Erwähnt wird die Kirche aber erst im Tagebuch des Paolo Santonino, das erzählt, dass am 26. Oktober 1485 hier die Weihe zweier Altäre stattfand. Im 16. Jahrhundert wurde die Kirche renoviert. In dieser Zeit wurden auch die Glocken angeschafft, eine heute noch im Turm hängende Glocke ohne Aufschrift stammt aus dem 16. vielleicht 15. Jahrhundert.

4.März 1640- Die Nachbarschaft von Weißbriach und Weissensee wandten sich an den Oberpfarrer St. Ermachor (=Hermagor) mit der Bitte, ihnen einen Priester zu geben. Ab 1751 war Weißbriach ein ständig mit einem Priester besetztes Vikariat. Der Priester Matthias Laßnig Vikar von Weißbriach entwarf den Plan für die Vikarskirche selbst. Die Bevölkerung machte sich gleich nach Bestellung ihres Vikars an den Bau der Vikarskirche. Das Haus wurde noch 1752 fertig gestellt, es steht heute noch als Nr. 69 mit dem Vulgarnamen „Pfarrhof“. Der alte Pfarrhof wurde um 1771 verkauft und bei der Kirche wurde ein neuer gebaut der heute noch steht.

Eine Seelenbeschreibung von 1766 zählte in unserem Bereich 2.015 Seelen, wovon 1.045 in Weißbriach, 434 am Weißensee und 536 in St.Lorenzen lebten. Hundert Jahre später gab es in Weißbriach nur mehr 120 Katholiken, am Weißensee 86, nur St.Lorenzen war mehrheitlich katholisch geblieben.

Der Görzer Bischof Karl Michael besuchte im Jahre 1751 Weißbriach und trennet das Gitschtal und das Weißenseegebiet von der entfernten Pfarre Hermagor ab. Maria Theresia versuchte die Geheimprotestanten „zum wahren christlichen Glauben hinzuzuführen“. Die endete unter Kaiser Joseph II. der 1781 den Evangelischen erlaubte, aus dem Untergrund herauszugehen. Als 1782 die evangelische Gemeinde gegründet wurde, trug Kurat Wanggo im Taufbuch am 31. März erstmals ein Kind – Catharina Steffler aus Weißbriach Nr. 39 – als lutherisch getauft ein. Solche Einträge häuften sich mit der Zeit.

Im ausgehenden 19. Jh wurde die Kirche St.Johann neugotisch eingerichtet. Damals wurde eine Reliquienkapsel im Altar wieder gefunden, die seit Santonino dort eingemauert ist. 

Katholische Kirche St.Lorenzen

Schon um 1331 muss in St. Lorenzen im Gitschtal eine Kirche gestanden haben, denn in  Hermagor dieses Jahres wird ein „ecclesiaticus(=Messner) de sancto Laurencio“ genannt. Also ist der Ort mit dem Schuttkegel der Bistritz mit der Kirche auf dem Kalkfelsen schon sehr alt.

1756 wurde in St.Lorenzen eine Missionsstation gegründet. Die Ortschaften St.Lorenzen, Jadersdorf und Lassendorf zählten 536 Seelen. Obwohl Mitte des Jahrhunderts noch viele dem Geheimprotestantismus zuzählen, waren die Ortschaften um 1784 nahezu „frei von öffentlichen Ketzern“.

1770 erbaute der Benediktiner Edmund ein Missionshaus, das als Pfarrhof bis 1959 neben der Kirche stand. 1778 zog Anton Joseph Voleritsch, der erste Kurat von St.Lorenzen ein.

Mitte des 19. Jh, wurde der Eifer der Gläubigen sehr gelobt. Obwohl infolge der Franzosenkriege des Jh. mit Notzeiten begann und die Dorfbewohner als sehr arm galten, wurden erstaunlich große Opfer für Kirche und Glauben erbracht Geräte und Bilder wurden angeschafft und 1877 eine Orgel (Orgelbauer Josef Grafenauer, Egg). 1854 wurde die neue Kapelle Maria Steinwurf zu Jadersdorf eingeweiht. 1866-69 wurde die Kirche großteils neu erbaut. Der Plan für den Kirchenbau wurde von Johann Waldner angefertigt. Der Kirchenbau kostete 14.428 Gulden und 24 Kronen.

1880-82 begannen die Lassendorfer auf betreiben des Franz Sommeregger vlg. Baier mit dem Bau der Kapelle „Mater dolorosa“ (Schmerzensmutter), der zwei Jahre später abgeschlossen wurde. Am 6.Mai 1883 wurde die Kapelle geweiht. 1889 wurde die Kirche innen und außen restauriert und erst 1929 ein zweites Mal.

Gitschtaler Kunst- & Handwerksstüberl im Schmiedemuseum Weißbriach

Informationen zur Geschichte des Tales, speziell der Ortschaft Weißbriach. Nettes kleines Museum mit viel „Liebe zum Detail“.

Die Schmiede wurde 1902 im Ortszentrum als Hammerwerk erbaut. 1910 fand in Wien die erste „Internationale Jagdausstellung statt, auf der dem Gründer unserer Schmiede, Georg LANGEGGER, die Goldene Medaille für das beste Werkzeug für Holzverarbeitung verliehen wurde. Das Herz der Schmiede ist ein vormals mit Wasserkraft angetriebener, 3 ½ Tonnen schwerer Federhammer. Die Schmiede war bis 1978 in Funktion und wurde in der Folge unter Mitwirkung freiwilliger Helfer renoviert. Der Dachstuhl wurde ganz erneuert, die Fassade nach alten Fotos wiederhergestellt. Das vollkommen erhaltene Innere gibt einen ausgezeichneten Einblick in die Geschichte eines schon kaum mehr betriebenen Handwerkes. 

In jünster Zeit erlebt das Handwerk jedoch eine Renaissance. Wir sind glücklich, nun mit Franz Hubmann einen schmiedekundigen Schlosser in unserem Tal zu haben, der die vordere Esse wieder instandgesetzt hat und zweimal im Monat zeigt, was sich mit den alten Gerätschaften so alles bewerkstelligen lässt.

Außerdem nutzen wir das Ambiete der Räumlichkeiten auch dazu, traditionelles Handwerk zu präsentieren. Handgeschnitzte Gerätschaften werden bei uns noch immer hergestellt. Auch Schafwolle wird noch verarbeitet, also gesponnen, gewebt oder gestrickt. All das soll nicht länger in Verborgenheit schlummern.

Altes und Neues verbinden

Unsere Philisophie ist es, altes Handwerk zu erhalten, aber auch der Kreativität der Bewohner unseres Tals Raum zu geben. So wird die Palette der kreativen Erzeugnisse, die wir präsentieren, immer breiter.

 

Öffnungzeiten:

Mai bis August                MO, DI, DO & FR     16.30 - 20.00 Uhr

September bis April       MO, DI, DO & FR      14.30 - 18.00 Uhr

Schauschmiedetermine entnehmen Sie bitte der Homepage.

 

Kontakt:

Gitschtalschmiede
9622 Weißbriach 28/3
Tel: +43(0)699 188 77 279
gitschtalschmiede@gmx.at
www.gitschtalschmiede.at
fb.com/gitschtalschmiede