Nachhaltigkeit und Klimaneutralität im Wintersport

Gerade der Wintersport im Allgemeinen und der Skisport im Besonderen, steht in den Bereichen Ressourcen- und Energieverbrauch immer wieder unter besonderer Beobachtung. Daher möchten wir hier einmal einen „Faktencheck“ vornehmen, ohne jedoch auszublenden, dass es sich um Eingriffe in die Natur – jedoch kontrolliert und geprüft – handelt.

Bevor wir einige Details betrachten, eines vorweg: Die Karnischen- und Gailtaler Alpen sind lediglich auf 3% ihrer Gesamtfläche (winter)touristisch erschlossen. Gleichzeitig sind die Einrichtungen auf diesem - vergleichsweise sehr kleinen – Teilgebiet, Arbeitgeber für viele Menschen in der Region sowie Motor für Einkommenschancen in einer ländlich geprägten Region mit nur wenigen Möglichkeiten im Industrie- und Gewerbebereich.

Skigebiet Nassfeld

Das Nassfeld zählt mit 110 Pistenkilometer, 30 modernen Liftanlagen und regelmäßigem Neuschneezuwachs zu den TOP-10 Skigebieten in Österreich. Mit 100 Prozent Ökostrom aus erneuerbarer Energie betreibt das Nassfeld bereits seit Jahren ihre 30 Lift- und rund 460 Beschneiungsanlagen. Für die Nutzung der Skipisten erhalten LandwirtInnen & GrundbesitzerInnen eine entsprechende, faire Entlohnung über die Wintermonate. Im Sommer werden die Flächen als Almwiesen für die Beweidung genutzt. Mit dem Qualitätssiegel des Fachverbandes für Seilbahnen bestätigen die Bergbahnen Nassfeld Pramollo AG einmal mehr ihre hohe Servicequalität und TOP-Pisten.

Fakten zum Skigebiet Nassfeld

Die Bergbahnen Nassfeld Pramollo AG leisten einen relevanten Beitrag zur regionalen Wertschöpfung & Entwicklung (Arbeitsplätze, Ressourcenverbrauch, …):

  • 100 % des Energiebedarfes für Lift- & Beschneiungsanlagen aus Ökostrom
  • Fast 100 % der Seilbahn-MitarbeiterInnen aus der Region, davon 70 % Ganzjahresjobs
  • Online-Ticketshop – Skiticket einfach wieder aufladen
  • Ausgeklügeltes Skibussystem sorgt für starken Rückgang des Individualverkehrs und spart 320 Tonnen CO² (bzw. 2.000.000 PKW-Kilometer pro Jahr ein)
  • Autofreier Urlaub wird forciert – Kooperation mit ÖBB und Bahnhofshuttle Kärnten für die „last mile“

 

BESCHNEIUNGSANLAGEN 

Vielfach wird noch immer die Formulierung „Kunstschnee“ verwendet. Dieser Begriff ist nicht zutreffend, handelt es sich doch beim mechanischen Schnee ausschließlich um ein Gemisch aus Wasser und Luft. Gespeist wird die gesamte Beschneiung am Nassfeld und in den Familienskigebieten aus Fluss-, Quell-, Regen- und Schmelzwasser ohne jeglichen Zusatz von Chemikalien.

Um die natürlichen Bezugsquellen des Wassers, vor allem in den abflussschwachen Wintermonaten nicht zu belasten, wurden Speicherteiche an verschiedenen neuralgischen Punkten angelegt. Hoch angelegte Speicherteiche verbrauchen dank Pumpendruck weniger Energie. So können wir durch den neuen Speicherteich „Rudnigalm“ pro Jahr 600.000 KWh einsparen – durch den soeben in Betrieb genommenen Speicherteich „Tressdorfer Alm“ erfolgen gleichgelagerte Einsparungen. Renaturierungsmaßnahmen beim Bau von Speicherteichen gehören ohnehin schon zum Standard.

Durch die laufende Verdunstung oder mit der Schneeschmelze gelangt das Schneewasser zu 100 Prozent wieder zurück in den Kreislauf der Natur.

 Eine weitere wichtige Rolle spielen die Speicherteiche beim Hochwasserschutz: Durch Drainagen entlang der Pistenbereiche wird Wasser aus den Hängen gezielt in die Speicherteiche abgeleitet. Das wirkt gegen Bodendurchfeuchtung und senkt die Gefahr vor Hangrutschungen. Zusätzlich wirken Speicherteiche als Pufferzonen. Bei extremen Niederschlagsmengen in kurzer Zeit würde das gesamte Wasser, das sich am Berg sammelt, schnell talwärts fließen. Dies kann Bäche und Flüsse schnell an Aufnahmegrenzen bringen. Speicherseen wirken hier durch Teilaufnahme des Wassers entgegen.

Der Boden wird durch eine ausreichend hohe Schneedecke bestmöglich geschützt. Eine Beschädigung von Pflanzen und Gräsern durch Skikanten und Pistengeräte kann so verhindert werden. Die gesicherte Schneedecke isoliert und verhindert Bodenfrost. Ebenso sorgt sie für eine ausreichende Durchfeuchtung des Bodens in niederschlagsarmen Zeiten.

Der gesamte Energieaufwand für die technische Beschneiung und den Liftbetrieb kommt zu 100 Prozent aus Ökostrom. Der überwiegende Teil davon aus Wasserkraftwerken der Region. Weitere Betriebe werden durch erneuerbare Energiequellen, wie Wasserkraft, Windenergie, Photovoltaik oder Biomasse versorgt. Durch moderne Beschneiungstechnik konnte der Energieverbrauch auf 1-3 kWh pro m³ Schnee gesenkt werden.

Pistenpräparierung

Von den 17 Pistengeräten sind bereits 8 mit einer Schneehöhenmessung ausgerüstet. Die hochmodernen GNSS-Geräte messen während der Präparierung die Schneehöhe auf den Pisten. Dadurch wird eine gleichmäßige Verteilung des Schnees gewährleistet. Durch den Einsatz dieser Technologie erfolgt eine Reduktion der Arbeitsstunden mit den Pistengeräten. So können wir auch Einsparungen bei der mechanischen Schneeerzeugung erzielen. 

Allen Beteiligten ist bewusst, dass Beschneiungsanlagen, Seilbahn- und Liftbauten und wintertouristische Entwicklungen Eingriffe in die Natur sind. Gleichzeitig liegt es aber im ureigensten Interesse der Infrastrukturbetreiber, die Natur intakt zu halten sowie die Einflüsse der Infrastruktureinrichtungen zu minimieren. Schließlich leben wir alle von und mit ihr. Daher muss ein vielschichtiges Verfahren durchlaufen werden, bevor überhaupt mit einer Investition begonnen werden kann. Neben der aufwändigen Planung mit geologischen und wasserrechtlichen Aspekten spielt die Umweltverträglichkeit eine große Rolle. Unabhängige Stellen, wie die Kärntner Umweltanwaltschaft, haben dabei wichtigen Einfluss und beurteilen etwaige Auswirkungen auf die örtliche Flora und Fauna wie auch auf die Naturräume in ihrer Gesamtheit.

Klimaschonende Anfahrt zur Abfahrt

Bereits in den Jahren 1999 bis 2000 wurde die Talbahn „Millennium Express“ gebaut, um das Gailtal ans Skigebiet Nassfeld anzubinden. Wo zuerst bis zu 2.000 PKW-Fahrten/Tag aufs/vom Nassfeld gezählt wurden, werden nunmehr rund 320 t CO2-Emissionen pro Saison eingespart.

Ein ausgeklügeltes und mit einem Intervall von 20 bis 30 Minuten angelegtes Skibussystem, lädt SkifahrerInnen dazu ein, das Auto stehen zu lassen. Die Busse können mit der „PREMIUM WinterCARD“ kostenlos benützt werden. Angeschlossen an das Skibussystem ist das Gebiet von Villach über das gesamte Gailtal sowie das Gitschtal bis zum Weissensee.

In der Sommersaison sind alle öffentlichen Verkehrslinien (Bus & Bahn) sowie die Rad- und Wanderbusse mit den Gästekarten wie die „+CARD holiday“ kostenlos nutzbar.

Umweltschutz beginnt in der World of Mountains & Lakes (Nassfeld-Pressegger See, Lesachtal, Weissensee) bereits bei der Anreise. Für den Weg in die Bergwelt kann das Auto getrost zu Hause bleiben. Die flächendeckende Mobilität durch Bus und Bahn sorgt dafür, dass man IN DIE Region und IN DER Region stressfrei öffentlich unterwegs sein kann. So fährt die, seit 2019 voll elektrifizierte, Schnellbahn-Linie S4 stündlich zwischen Villach und Hermagor und in Verbindung mit Busanschlüssen in nahezu jedes Dorf.

Eine Besonderheit: Das „LAST MILE-SERVICE“. Dieses bringt Einheimische wie Gäste vom Bahnhof ganz bequem zum Endziel oder zu den zahlreichen Ausflugszielen. www.bahnhofshuttlekaernten.at

Schon gewusst? Mit dem E-Car-System „FReD“ haben wir ein stressfreies Verleihsystem. Im Sommer erweitern wir unser Angebot um das einzigartige E-Bike-Verleihsystem mit dem besonderen Service „Überall ausleihen, überall abgeben“.

Das E-Ladesystem für Autos wird laufend weiter ausgebaut. So stehen beispielsweise für SkifahrerInnen, bei der Talstation des Millennium Express, einige E-Ladestationen zur Verfügung.

Mitarbeiter gewinnen und binden

MitarbeiterInnen aus der Region zu fördern, ist das Ziel unserer Tourismusbetriebe. Die Menschen in der Region zu halten, ihnen in einer unvergleichlichen Wohn- und Freizeitumgebung, Einkommens- und Lebensperspektiven zu geben, steht an oberster Stelle. Alleine bei den Bergbahngesellschaften finden mehr als 200 MitarbeiterInnen eine Anstellung. Dabei handelt es sich bei 70 Prozent um Ganzjahresjobs!

regionale ernährungssouveränität und kreislaufwirtschaft

Im Auftrag von Slow Food International hat die Region mit zertifizierten Lebensmittel-handwerkerInnen und -herstellerInnen sowie Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben, die weltweit erste Slow Food Travel Destination entwickelt und den internationalen Maßstab dafür vorgegeben. Dabei war oberstes Ziel, die Interessen der regionalen Landwirtschaft und des Tourismus in Einklang zu bringen. Gleichzeitig möchten wir damit den Einheimischen Perspektiven für einen Verbleib in der Region geben.

Seit jeher leben die Menschen aus dem Lesach-, Gail- und Gitschtal sowie des Weissensees die Slow Food-Philosophie „Gut – Sauber – Fair“. Im Sinne dieses langsamen Genießens lassen sie sich jetzt bei ihrer Handwerkskunst über die Schulter schauen und geben ihr Wissen weiter. Die Begegnungen zwischen Einheimischen, Gästen und ProduzentInnen führt in die Küchen, Selchkammern und Reifekellern, zu den Bienenstöcken und Brotbacköfen, zu Kornmühlen und Butterfässern.

Durch diese Initiative wurden zusätzliche Arbeitsplätze im regionalen Lebensmittelhandwerk geschaffen. Eine neue Motivation für den Anbau, die Produktion und den Verkauf regionaler Lebensmittel ist entstanden.

Geschmack an Reisen zu den „Wurzeln des guten Geschmacks“ gefunden? www.slowfood.travel

ressourcenschonendes wirtschaften

Um Ressourcen zu schonen, werden die Drucksorten der Tourismusregion und bei den Freizeitanbietern auf ein Nötigstes reduziert. Interaktive Pisten- und Freizeitpläne, Wander- und Bikekarten sowie digitale Unterkunftsverzeichnisse, Buchungsplattformen und der Freizeitbegleiter „my Nassfeld Buddy“ bieten im digitalen Zeitalter eine nachhaltige Alternative zu gedruckten Infos und Verzeichnissen.

Ganz ohne gedruckte Karten und Broschüren geht es aber (noch) nicht. Daher wird beim Druck auf öko-zertifiziertes Papier und nachhaltige Druckverfahren geachtet.

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